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22. 09. 2017 - 02:42 Uhr

Pressemitteilungen

Thüringische Landeszeitung - 4. Oktober 2008

Aus Burgleben erzählt

Film über 700 Jahre Hanstein erhält den Mitteldeutschen Rundfunkpreis

∧ Von Fabian Klaus

Bornhagen. (tlz) Die Burg Hanstein erzählt in diesem Jahr ihre bewegte Geschichte aus sieben Jahrhunderten. Ein Jubiläumsjahr war ausgerufen worden. Die Burg ist ein Teil der Historie des Eichsfelds. Geschichten hat das (Burg)Leben zahlreich geschrieben in den 700 Jahren. Die Familie von Hanstein hat sie zusammengetragen und in einem Skript für ein Theaterstück verarbeitet. Daraus entstand anlässlich des Jubiläums eine besondere Filmproduktion, die beim Auftakt der Feierlichkeiten im Burgsaal im April über die "Kinoleinwand" flimmerte. "Die Burg Hanstein und Ihre Bewohner", so ist das Werk, zu dem Mario Berend das Drehbuch verfasste, überschrieben. Die Texte stammen aus der Feder von Barbara und Hans-Dieter von Hanstein. Regisseur Mario Berend und Torsten Weber, Chef des Offenen Kanals Eichsfeld, halten seit kurzem für diese Produktion einen der bedeutendsten Fernsehpreise Mitteldeutschlands in der Hand. In der Kategorie "Länderpreis Thüringen" hat der Film den Mitteldeutschen Rundfunkpreis errungen. "Das ist eine Anerkennung unserer langen und nervenaufreibenden Arbeit", sagt Berend, der den Chor des Lingemann-Gymnasiums "Future Voices" leitet. Mit seinen Chor-Solisten ging er die Produktion seiner Zeit an. Das Skript auf die Theaterbühne zu bringen, war schier unmöglich. "Heute sind alle froh, dass wir einen Film produziert haben", so Mario Berend, der die Co-Produktion mit dem OKE als absolut sehenswert bezeichnet. Die Familie von Hanstein kam vor zwei Jahren auf den Chorleiter zu, suchte Schauspieler fürs Theaterstück. "Gerade als unser drittes Musical lief", erinnert sich Berend. Weil eine Theateraufführung logistisch kaum zu meistern gewesen wäre - jeder Schauspieler hätte für die sieben Jahrhunderte sieben verschiedene Kostüme benötigt-, entschied sich Berend, mit den Chor-Solisten und dem OKE die Filmproduktion anzugehen. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Schon auf der Burg begeisterte der Streifen die Gäste beim Auftakt zur Jubiläumsveranstaltung.Die Begründung für die Preisvergabe lautet treffend: Ein Film aus der Region, der ins Detail und in die Tiefe geht. Ergänzend fügte die Jury hinzu: Ein Film, der Geschichten erzählt die das Burgleben über 700 Jahre hinweg immer wieder aufs Neue geschrieben hat.

Thüringer Allgemeine - 4. August 2008

Magie und Gaukelei

Tausende Gäste lassen sich beim mittelalterlichen Burgfest auf dem Hanstein verzaubern

Als herausragender Höhepunkt der 700-Jahr-Feier für die Burg Hanstein zog das mittelalterliche Burgfest am Wochenende Tausende Besucher aus ganz Deutschland und sogar Gäste aus Übersee und den europäischen Nachbarländern an.

Von Reiner SCHMALZL

BORNHAGEN/RIMBACH.
Der Ritter Frank vom Herwigstein (Frank Herwig) und seine Gemahlin, die Freifrau Michaela vom Herwigstein, schreiten durch den Torbogen zur Burgruine Hanstein und sind hoch erfreut, dass es ihnen Tausende gleichtun. Das traditionelle Mittelalterspektakel auf der über dem Werratal thronenden Feste muss sich wohl in der ganzen Welt herumgesprochen haben. Alle waren gekommen, um sich an Magie und Gaukelei der Goselagerer, an den spannenden Kämpfen der Rittergruppe Herold oder der mittelalterlichen Musik zu erfreuen. Ergänzt wurde das Spektakel durch jede Mange Handwerkskunst und Spezialitäten für hungrige und durstige Seelen. Niemand schien enttäuscht. "Wir sind zufrieden und den Gästen hat es wohl getan", sagte Mario Apel, der Vorsitzende des Heimatvereins Hanstein/Bornhagen, in einem ersten Fazit. Auch die Eichsfelder Ritterschaft stimmte dem laut Vereinschef Klaus Röhrig zu. Zwei rundum gelungene Tage.

Thüringische Landeszeitung - 4. August 2008

Entspannung im Zuber

Zweitägiges Mittelalterfest lockte wieder Tausende auf die Burg Hanstein


∧ Von Monika Köckritz

Bornhagen. (tlz) Ein Bad in der Menge gönnt sich gern mancher Politiker. Inmitten des turbulenten Mittelalterfestes auf der Burg Hanstein gönnt sich ein tapferer Ritter ein solches - aber ein wörtlich zu nehmendes und das mitten in der Menge. Möglich macht´s die Hohnsteiner Badestube. Genießerisch schließt der (fast) Nackte im Zuber die Augen, derweil ihm liebreizende Mägdelein den Rücken schrubben.
Wie die Hohnsteiner Edelleute aus Neustadt im Sudharz am Wochenende zum 700-jährigen Hanstein hoch über Bornhagen gezogen. Längst erweist sich das vom Heimatverein Hanstein/Bornhagen vorbereitete Spektakel als Besuchermagnet. Die Kennzeichen an den Pkw auf der von Feuerwehr eingerichteten Parkwiese verweisen auf Gäste aus Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Mit ihren Göttinger Freunden ist Familie Bund aus Amelo in Holland gekommen und zeigt sich begeistert von dem Treiben.
Alle Besucher werden am Samstag von "Svend von den Goselagern" zünftig begrüßt. "Seid willkommen auf dieser Veste, die 700 Jahre dem Feind zu trutzen wusste", ruft der Herold aus. Rund um die Burg kann dann ins Mittelalter eingetaucht werden. Altes Handwerk wie Nadelfilzen, Seilerei und Töpfern wird bestaunt. Fahrende Händler bieten Schuhwerk, Gewänder, Schwerter und Schilde für den Freizeit-Ritter an. Wer ein zünftiges Trinkgefäß sucht, kann ein Horn vom Rind erstehen und gleich ein Muselmannengebräu "aus der Weiberküche" daraus schlürfen.
Beim Armbrustschießen garantieren drei Treffer eine Flasche Met. Im Lager der Eichsfelder Ritter lassen Mutige Pfeile auf Schießscheiben schnellen.

Neidisch schaut mancher auf das lockere Lagerleben, wo raue Mannsbilder manchen Krug stemmen. Kind un dkegel werden von dem Riesen "Iwan Iwanowitsch" geneckt. Stelzenläuferin Katharina Ludwig zieht, 2,80 Meter groß, ihre Runden. Ständig trifft man auf Blaublütige. Aus Brandenburg kam Kurfürst Joachim II nebst Gemahlin Magdalena aus Sachsen. Der "Fürst" ist Mitglied im Heimatverein Hanstein.

∧ Da fliegen die Zähne

Spielleute, Gaukler und Zauberer ergötzen das gemeine Volk. Und was wäre ein Mittelalterfest ohne Ritterkämpfe? Die Gruppe Herold aus Chomutov in Tschechien liefert sich - auch beim Kamfp mit dem Drachen Fangdorn - tollkühne Gefechte. Da fliegen sie nur so, die herausgeschlagenen Zähne. Was er da tatsächlich so weiß glitzernd aus spuckt, ist für Ritter Milan Kamenik aber "top secret".
Mit Kamera und Mikro fängt das MDR-Fernsehen für eine Musiksendung viele Szenen ein. Der Beitrag läuft am 22. August. Moderator wird Gunther Emmerlich sein.
"Heilfroh" über das gut Wetter zeigt sich Mario Apel, Vorsitzender des Heimatvereins Hanstein. Der Erlös des gut besuchten Festes treibt die Sanierung der Burg voran.
Verein und Gemeinde rekonstruieren derzeit Burgküche und -brunnen. Sobald die Genehmigung für das Freilegen des Brunnens vorliegt, werden Fördermittel beantragt. Beim nötigen Eigenanteil helfen dann die Einkünfte vom Fest.
Dem (fast) Nackten im Badezuber wird noch immer (oder schon wieder?) der Rücken geschrubbt. Er genießt es - so wie ein wohlgenährtes Hängebauchschwein am Fuße der Hansteinmauern, unberührt von allem Trubel, die Sommersonne genießt.

Thüringer Allgemeine - 30. Juli 2008

Der Schatz der Hansteiner

Erfolgreiche Sucher wurden am Ende einer spannenden Aktion feierlich zu Rittern geschlagen

Einen Spannenden nachmittag erlebten gestern 26 Mädchen und Jungen mit dem Naturparkteam am Fuße der Burg Hanstein. Nach erfolgreicher Schatzsuche wurden die jungen Leute offiziell zu Rittern geschalgen.

BORNHAGEN (ej).
Einen Räuber mit einem Schatz unter dem Arm wollte Tina Thurm in eine bestimmte Richtung laufen gesehen haben. Doch dann verlor sich leider die Spur, sagte die junge Dame vom Naturparkteam gestern Nachmittag zu einer neugierigen Kinderschar. Bekannt war lediglich, dass sich an acht Stellen auf den Wiesen und im Wald Hinweise auf den geheimnisvollen Schatz befinden sollten. So mussten beispielsweise ein kleiner Holzhaufen umgestapelt und Luftballons von Zweigen geholt werden. Im Laufe der spannenden Suchaktion wurde immer deutlicher Klar, dass sich der Schatz nicht wie angenommen in der Burg, sondern in einem Keller in der Nähe der Burg befinden sollte, So mussten einst wohl auch die reichen Burgherren ihre Schätze vor den Feinden versteckt haben. Die Burgherren fertigten sich damals eine Schatzkarte, um ihre Reichtümer jederzeit finden zu können. Nach gut vier Kilometern stieß das Schatzsucherteam mit Tina Thrum und Katharina Hey vom Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal schließlich auf den Schatz der Hansteiner. Zur Belohnung wurden die begeisterten Teilnehmer dann feierlich zu Rittern geschlagen.

 

Thüringer Allgemeinde - 24. Juli 2008

Hanstein in 500 Puzzle-Teilen

Souveniers und Publikationen zum 700. Geburtstag des Wahrzeichens

BORNHAGEN (rs/ej)
Als weiteres Präsent zum 700. Geburtstag des historischen Gemäuers hoch über Rimbach und Bornhagen ist seit dieser Woche das 500 Teile umfassende Puzzle "Burgruine Hanstein" erhältlich. "Das wird sicher ein Renner", meinte Bürgermeister Lothar Heinemann gestern. Auf Initiative der Gemeinde und des Festausschusses sei das Puzzle aufgelegt worden, an dem nicht nur Kinder ihre Freude haben dürften. An der Pforte zur Burgruine gibt es außerdem das Buch zur 700-jährigen Geschichte der eichsfeldischen Grenzfeste, die erweiterte Broschüre über den Hanstein von Josef Keppler, ein Heft zur Ritterzeit mit Bastelbogen und einen Erinnerungsteller. Anlässlich des mittelalterlichen Burgfestes Anfang August wurde sogar ein spezielles Festbier angekündigt.

Thüringer Allgemeine - 24. Juli 2008

Mittelalterliches Treiben

EICHSFELD (sit).
Mittelalterfans sollten sich das Wochenende vom 2. und 3. August vormerken. Auf der Burg Hanstein an der Landesgrenze zu Hessen findet erneut ein Mittelaltersprektakel der Extraklasse statt. Zwei Tage lang werden Gaukler, Herolde, Ritter, Mägdeleyen auf der schönsten Burgruine Mitteldeutschlands für eine echte Zeitreise sorgen.
Die Burgtore öffnen sich jeweils ab etwa 10.30 Uhr. Dann wird ein Herold den Markt eröffnen. Atemberaubende Kämpfe der Rittergruppe wechseln sich mit mittelalterlicher Musik von "Ohrenpeyn" ab, während die Goselagerer mit Magie, Musik und Gaukelei das Publikum begeistern. Gaukler Basseltan und Fangdorn, der letzte Drache, werden ebenso auf der Burg Hanstein erwartet.
Der erste Burgfesttag endet erst, nachdem der Burgturm regelrecht in Flammen steht. Erst um 22 Uhr schließt an diesem Tag der Markt, der neben dem Showprogramm ganztägig Attraktionen wie Armbrustschießen, Bogenschießen, Spezereyen aus nah und fern, alte Handwerkskunst sowie ein Ritter- und Nordmänner-Zeltlager bietet. Der Samstag gilt zudem als Familientag, wobei jedes zweite Kind einer Familie freien Eintritt bekommt. Erwachsene zahlen sechs Taler, Kappen und Mägdelein unter Schwertmaß dürfen kostenlos dabei sein.
Das Einweisen zum Einparken der stählernen Rosse der Besucher übernimmt die Feuerwehr von Bornhagen. Dafür erbitten sie einen halben Taler Obolus, denn man braucht ein neues Feuerwehrfahrzeug. Von den Parkplätzen rund um die Burg mit einem herrlichen Blick aufs Werratal und zur Burg Ludwigstein wird zudem ein Bustransfer zum Geschehen eingesetzt.
Weitere Informationen zum Fest selbst und zur Anreise aus allen Richtungen gibt es auf der Internetseite des Heimatvereins Bornhagen, der das bevorstehende Traditionsfest wieder liebevoll vorbereitet hat.

 

Thüringische Landeszeitung - 18. Juli 2008

Umfangreiche Sammlung übern Hanstein

Bornhagen/Heiligenstadt.
(tlz) Das Eichsfelder Heimatmuseum Heiligenstadt zeigt ab nächster Woche eine dem Hanstein-Jubiläum gewidmete Sonderausstellung. Unter dem Titel "1308-1008 - 700 Jahre Burg Hanstein" wird ab 24. Juli eine Vielzahl von Hanstein-Ansichten gezeigt, die Rückschlüsse auf die architektonische Gestalt der Burganlage und Ihre Akzeptanz in der näheren und weiteren Umgebung zulassen, teilte das Museum mit.

Der aus Reiffenhausen stammende Privatsammler Heinz Linne verfügt wahrscheinlich über die umfangreichste Sammlung von Hanstein-Darstellungen. Er zeigt neben zahlreichen alten Lithographien sowie Zeichnungen in Aquarell und Öl über 500 historische Postkarten.

Thüringer Allgemeine - 12. Juli 2008

Neuer Vorstand am Hanstein

Einen neuen Vorstand hat der Heimatverein Hanstein/Bornhagen gewählt. Den Vorsitz hat nun Mario Apel aus Rimbach inne.

BORNHAGEN.
Das Amt des Stellvertreters des Heimatvereinschefs übernimmt künftig Gisbert Strecker, Kassierer ist Franz-Josef Apel. Weiter sind im Vorstand Beate Gabel, Uwe Wolf, Heiner Schild und Inge Halbeisen. Und viel hat der Verein vor, denn es steht das 700-jährige Bestehen der Burg Hanstein an. Als Höhepunkt soll kein geringerer als der letzte lebende Drache "Fangdorn" präsentiert werden. Der Verein hofft, allen Besuchern ein interessantes Programm bieten zu können. In Vorbereitung auf das Burgfest am 2. und 3. August findet am Samstag, 19. Juli, ab 9 Uhr ein Arbeitseinsatz des Heimatvereins auf der Burg Hanstein statt. Die Stände sollen aufgebaut und die Burganlage aufgeräumt werden. Beim anschließenden Picknick wird dann über das Burgfest diskutiert. Alle Freunde der Burg und freiwillige Helfer sind willkommen.

Thüringer Allgemeine - 11. Juli 2008

Böllerschützen an der Burg

Lautes Spektakel mit historischem Schauspiel am Hanstein

Laut wird es am Sonntag an der Burg Hanstein. Im Rahmen des 700-jährigen Jubiläums der gotischen Anlage beziehen 38 Kanonen Aufstellung. Ab 13 Uhr wird dann kräftig geböllert.

BORNHAGEN (sit).
Preußische und sächsische Soldaten, sogar ein Ritter in glänzender Rüstung - auf die Zuschauer wartet am Sonntag an 13 Uhr ein besonderes Spektakel. Vor genau fünf Jahren fand schon einmal ein Böllertreffen an der Burg statt. Es fand so viel Resonanz, dass man eine Neuauflage in die Jubiläumsfeierlichkeiten integrierte. Und so werden die Kanonen und Böller, unter anderem aus Dingelstädt und Leinefelde, im historischen Ambiente Stellung beziehen.

Zwei Stunden später werden insgesamt elf Salven abgefeuert. Doch danach ist noch nicht Schluss. Im Anschluss kann jeder Schütze zeigen, wie schnell er beim Nachladen ist. Ab 16 Uhr, wenn das Schießen vorbei ist, dürfen die Gäste die Kanonen bestaunen und sihc die Technik erklären lassen. Es wird sogar eine Begebenheit aus dem Jahre 1450 nachgespielt, bei der die Burg angegriffen wurde und Heiligenstädter Geiseln aufs Burgdach gefesselt wurden. Am Sonntag sollen Puppen aufs Dach gebunden werden. Neben mindestens einer mittelalterlichen Kanone wird auch für Essen und Trinken reichlich gesorgt. Man freut sich auf viele Gäste bei diesem Schauspiel.

Thüringer Allgemeine - 9. Juli 2008

Zurück zu den Wurzeln

Immer mehr Eichsfelder erliegen der Faszination einer besoneren historischen Epoche - dem Mittelalter

Bodenlange Gewänder aus fließenden Stoffen, nach Holz duftende Lagerfeuer, Rauschpfeife, Schalmei und klirrende Schwerter - das Mittelalter ist eine spannende, geheimnisumwitterte Epoche. Es gibt eine Menge Gründe, warum viele Menschen dieser Zeit erliegen. Und dieser Trend hält an.

Von Silvana TISMER

EICHSFELD.
"Es ist heute eine schnellebige, hochtechnisierte und durflose Zeit", sagt Silvia Rinke aus Bornhagen. Sitzt sie mit gleichgesinnten in Gewandung an einem flackernden Feier zusammen, über dem am Dreifuß ein glänzender Kupferkessel hängt, findet sie wieder zu den Wurzeln des Lebens zurück. "Gutes Essen, betörende Düfte, Gemeinschaft und Gespräche", nennt sie die für sie wichtigsten Aspekte, die sie in die Zeit des Mittelalters abtauchen lassen. Am Fuß der Burg Hanstein betreibt sie seit vier Jahren eine auf historische Gewänder spezialisierte Maßschneiderei. Ist sie nicht im Atelier, findet man sie oben auf der Burg, wo sie Gäste auf Deutsch und Englisch durch die gotische Anlage führt.
"Wir haben diese wunderbare Burg vor der Tür, warum sollten wir nicht auch den passenden Rahmen bieten?", meint sie zumal beispielsweise in Süddeutschland viele Burgen seit 50 Jahren durch mittelalterliches Gepräge präsentiert werden. Das hiesige Burgfest steht kurz bevor. "Voriges Jahr haben wir 15 000 Gäste gehabt. Das ist ein Viertel der Gesamtbesucherzahl."

Natürlich hofft man im Bornhagener Heimatverein, dem Silvia Rinke angehört, dass dabei wieder ein paar Silberlinge in die Kasse kommen. Viel wichtiger aber ist ihr die Gemeinschaft derer, die durch das Hobby verbunden sind. "Mit Geld wachsen die Begehrlichkeiten, und das verdirbt den Idealismus." Ihre Maßschneiderei wird von Vereinen, aber auch Unternehmen in Anspruch genommen, die zum Beispiel ein Mittelalteressen planen. "Man kann in eine Rolle schlüpfen und die Alltagssorgen hinter sich lassen", sagt Rinke, die es liebt, mit Naturstoffen zu arbeiten, Gewänder anzufertigen und zu verleihen. "Menschen verschiedener Berufe und Herkunft findet auf einem Interessensgebiet zusammen", nicht Peter Knedlick. Seit Jahren ist er ein Maltheser-Ritter in der Eichsfelder Ritterschaft. "Es kann einfach jeder dabei sein". Auch seine Frau Gudrun hat längst ein Mittelaltergewand im Schrank hängen. Sie erinnert sich, dass zu den ersten Burgfesten Kleider aus OP-Hemden genäht wurden und man seinen eigenen Hausrat auf die Burg schleppte, damit alles stimmte. Auch Kinder die Von klein auf mit Rittermärchen aufwachsen, seien fasziniert, das man viele Dinge anfassen kann. "Alle Sinne zu nutzen, ist in Zeiten von Spongebob nicht mehr selbstverständlich," sagt Silvia Rinke.
Reizüberflutung nennt Klaus Röhrig, erster Ritter der Tafelrunde in der Eichsfelder Ritterschaft, als Grund, warum viele Menschen in ihrer Freizeit der Übertechnisierung den Rücken

kehren und sich der Geschichte zuwenden. "Ohne diese allerdings romantisch zu verklären. Das Mittelalter war eine sehr schwere Zeit", weiß Röhrig. Da etwas Licht ins Dunkel zu bringen und Klischees abzubauen, ist für ihn wichtig. "Wer seine Geschichte nicht kennt, der hat auch keine Zukunft", sagt er. Darum ist die etwa 50 Mitglieder zählende seit 1991 existierende Eichsfelder Ritterschaft nicht nur gewandet auf Festen unterwegs, sondern betreibt äußerst ernsthafte Geschichtsforschung.

Der Leinefelder Michael Rhein, Sänger der Mittelalter-Rockband "In Extremo", hat seine eigene Erklärung für die Faszination Mittelalter. Die Wurzeln seiner Musik liegen in dieser Epoche. "Ich war schon immer sehr gerne auf Mittelalterfesten und genieße heute noch das Außergewöhnliche daran", erzählt er. "Ich glaube, dass es genau das ist, was so viele am Mittelalter faziniert. Es ist eine Flucht aus dem Alltag. Man kann einfach verrückt sein". So erklärt er sich auch, dass die Band mit dem neuen Album "Sängerkrieg" von Null auf Platz ein in den Charts schoss und sogar Madonna verdrängte.
Den Trend hat auch die Buchindustrie erkannt. Der Anteil heistorischer Romane auf dem Buchmarkt sei enorm gestiegen, sagte Karin Pradler on der Eichsfelder Bücherstube. Und kaum erreicht ein historischer Roman die Bestseller-Liste, kommt unweigerlich der Nachfolger auf den Markt.

Thüringer Allgemeine - 28. Juni 2008

Mittelalter-Spektakel

Grundschule "Am Hanstein" feiert

Einen Vorgeschmack auf das mittelalterliche Burgfest zur 700-Jahr-Feier der Burg Hanstein Anfang August gab es gestern Nachmittag für mehr als 350 Gäste der Grundschule "Am Hanstein" Gerbershausen zum traditionellen Sommerfest.

BORNHAGEN (rs). Schneeweißchen und Rosenrot und andere Märchenfiguren die hier in der Region angesiedelt sind, hatten gestern Nachmittag wieder einmal ihren großen Auftritt auf der Wiese unterhalb der dicken Burgmauern. Dafür sorgten die 89 Mädchen und Jungen der Grundschule "Am Hanstein" Gerbershausen. Unter dem Motto "So war´n die alten Rittersleut´" hatten die Schüler während ihrer Projektwoche ein tolles Programm mit Märchenepisoden, Gedichten, Liedern und Tänzen einstudiert und es anlässlich des traditionellen Hanstein-Tages und Sommerfestes vor den Eltern, Großeltern und weiteren Gästen aufgeführt. Das geschah auch zur Würdigung der 700 Jahre alten Burg und Namensgeberin der Schule, sagte Schulleiterin Ursula Apel.
Nach dem mit viel Applaus bedachten Programm der Grundschüler herrschte an vielen Ständen und Mit-Mach-Aktionen zünftiges mittelalterliches Treiben unter den Rittern, Räuber, Prinzessinnen und allen möglichen Märchendarstellern. Als Überraschung kamen auch noch einige Ritter hoch zu Ross und sogar die sogenannten Goselagerer mit ihren vielseitigen mittelalterlichen Zauberkünsten, Feuerdarbietungen und Gaukelei. Auch allerhand lukullische Genüsse gab es für die Besucher.

 

Allgemeiner Anzeiger - 18. Juni 2008

Gerold Wucherpfennig überreicht Sondermünze "1111 Jahre Eichsfeld"

Die Burg Hanstein als Prägung

Leinefelde-Worbis. "Unser starkes Bewusstsein als Eichsfelder haben wir sicher auch der langen Geschichte unserer Region zu verdanken", sagte Thüringens Minister für Bau, Landesentwicklung und Medien und zugleich HVE-Vorsitzender, Gerold Wucherpfennig, bei der Übergabe einer Sondermünze zum 1111 -jährigen Jubiläum der Region an die Landräte des Eichsfeldes Dr. Werner Henning, Reinhard Schermann sowie Harald Zanker im Gülden Creutz in Worbis. Die Münze würdigt Wucherpfennig zufolge ein besonders wichtiges Datum: "Als am 28. Januar des Jahres 897 Arnulf von Kärnten in Regensburg eine Urkunde unterschrieb, welche die Rechtmäßigkeit eines Gütertauschs 'in pago Eichesfelden' zwischen dem Abt Huki von Fulda und dem Graf Konrad bestätigte, war das Eichsfeld geboren." Noch heute lasse sich dank intensiv gepflegter Traditionen die lange Geschichte des Eichsfeldes an vielen Orten "hautnah" erleben. Ob Kirmesfeiern, Schützenfeste oder die regelmäßigen Stadtfeste. "Der historische Bezug fehlt selten", so der Minister, "weder beim Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt noch beim Möhrenkönigsfest in Heilbad Heiligenstadt und auch

nicht beim Leinefelder "Fest der Lämmerschwänze", welches den einst florierenden Fellhandel in der Stadt thematisiert." Bildmotiv der 15 Gramm schweren und 35 Millimeter großen Sondermünte aus "Feinsilber 999" ist die Burg Hanstein, die in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum feiert. Die 700 Jahre alte Burg sei eines der bekanntesten Wahrzeichen des Eichsfeldes und helfe, die Region in ganz Deutschland bekannter zu machen, so Wucherpfennig.
Daneben besitze das Eichsfeld eine Fülle weiterer einzigartiger landschaftlicher und kultureller Besonderheiten: "Da müssen wir uns vor anderen Regionen nicht verstecken". Erhältlich ist die Münze für 32,50 Euro über die Filialen der Kreissparkasse Eichsfeld und der Sparkasse Duderstadt im alten Rathaus der Stadt. Der Erlös aus dem Verkauf der Münzen wollen Alfons Wüstefeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duderstadt, und Paul Otto, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Eichsfeld, eigener Aussage zufolge, dem HVE spenden. Wucherpfennig dazu in seiner Funktion als HVE-Vorsitzender: "Das Geld wird uns helfen, das Eichsfeld in Deutschland noch bekannter zu machen."

Thüringer Allgemeine - 16. Juni 2008

Erste Schmiedehochzeit am Hanstein

BORNHAGEN.
Nach der offiziellen Eröffnung des Wurst- und Hausschlachtemuseum Klausenhof am internationalen Museumstag (TA berichtete), meldet sich die Wirtsfamilie Röhrig mit einer weiteren touristischen Attraktion zur Bereicherung des mittelalterlichen Erlebnisses unterhalb der Burg Hanstein. Nach der Rekonstruktion der Alten Schmiede vor dem Wirts- und Herbergshaus findet hier heute die erste Schmiedehochzeit statt. Über dem Schmiedefeuer wird das Brautpaar nach seiner Trauung in den romantischen Gemäuern der Burg Hanstein gemeinsam mit seinen Gästen die vielen Glück- und Segenswünsche in ein Hufeisen schlagen, auf dass sie ihnen immer bewahret bleiben. Anschließend ist im Wirtshaus die Hochzeitstafel gerichtet, und bei frohem Becherklang wird im historischen Ambiente ausgelassen gefeiert. Dem frisch vermählten Paar dient die Fürstenstube als hochzeitliches Gemach, während die Hochzeitsgäste ihr müdes Haupt in mittelalterlichen Schlaflagern niederlegen. Jedoch nicht nur für Hochzeiten wird die "Alte Schmiede" genutzt, sagt Manuel Röhrig.

Ab sofort lädt der Klausenhof jeden Mittwoch zum rustikalen Grillbüffet vom Grill der "Alten Schmiede" ein. Ab 17 Uhr ist zudem auch an jedem Mittwoch das Wurst- und Hausschlachtemuseum Klausenhof kostenlos zu besichtigen.

Thüringische Landeszeitung - 3. Juni 2008

Ritter aus Holz auf der Burg Hanstein

Bornhagen. (tlz) Die Säle auf Burg Hanstein sind um zwei Attraktionen reicher. Ein Ritter aus Holz wacht nun in den Gemäuern der trutzigen Burg. Er ist vom Eichsfelder Holzbildhauer Heinz Günther aus attraktivem Wurzelholz gefertigt worden, teilte der Heimatverein Hanstein/Bornhagen mit. Winfried Frieseke aus Tübingen hat eine Kettenhaube und einen Helm dazugegeben. Nun fehle ihm noch die Streitaxt oder eine Lanze. Bei der Familienfeier derer von Hanstein am vergangenen Wochenende wurde der "Ritter" vorgestellt.
Außerdem hat der Heimatverein nach eigener Mitteilung die Rüstung von Ritter Werner vom Hanstein (Werner Gille, verstorbener Vorsitzender der Eichsfelder Ritterschaft) käuflich erworben. Anlässlich der 700-Jahr-Feier werden beide Anschaffungen vom Verein als Bereicherung gewertet. Weitere Projekte an und um die Burg seien in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bornhagen bereits in Planung.
Der Verein verweist auch auf die eigene Ausstellung "Burg Hanstein und die Menschen" in der evangelischen Kirche in Bornhagen. Sie zeigt auf die Tafeln die Burg Hanstein in Beziehung zur Burg Ludwigstein, Gutshöfe der Heinsteiner in Wahlhausen, Göttinger Studenten und Zeitdikumente des Werratalvereins Witzenhausen. Die Exposition ist jeden Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen werden nach Vereinbarung (03608/67134) angeboten.
An diesem Samstag findet wieder ein Arbeitseinsatz an der Burg statt. Fleißige Helfer können sich laut Verein bei Mario Apel telefonisch unter 036081/67930 melden.

Thüringer Allgemeine - 24. Mai 2008

Hanstein im Taschenformat

Neue Broschüre beschäftigt sich mit dem Werratal

Knackig und kompakt hat der aus Lindewerra gebürtige Heimatforscher Josef Keppler jetzt die Geschichte der Burgen Hanstein und Ludwigstein sowie die Schönheiten der Teufelkanzel und des eichsfeldischen Werralandes zusammengefasst. Das Heft ist jetzt im Handel zu haben.

EICHSFELD.
48 Seiten umfasst das Heft im Format zwölf mal 17 Zentimeter, das damit in jeden Wanderrucksack passt. 43 farbige Abbildungen, ein Burggrundriss samt Aussichtsplan vom Nordturm der Burgruine Hanstein runden die im Verlag Mecke Duderstadt herausgegebene Neuerscheinung ab.
Auf kaum zehn Kilometern trennt die Werra das Eichsfelder Land vom nördlichen Hessen, eint aber zugleich die bezaubernde Berglandschaft zu beiden Seiten des Flusses. Natur und Kultur, Geschichte und Sage, Altes und Neugeschaffenes bilden hier eine

Symbiose. Wegen der großen Nachfrage nach historisch exakter, fakten- und facettenreicher und nicht zuletzt anschaulicher Darstellungen eines der beliebtesten Wandergebiete der Region ist der informative Führer nun in einer erheblich erweiterten Neuauflage erschienen. Josef Keppler, der bereits mehrere Bildbände und heimatgeschichtliche Publikationen zur Eichsfedliteratur besteuerte, hat sich besonders der Burg Hanstein zugewandt. Auch dem Klausenhof in Bornhagen widmet er in der Broschüre besondere Aufmerksamkeit. Nach einem kurzen Ausflug ins Hessische zur Burg Ludwigstein führt Keppler die Wanderer von der sagenumwobenen Teufelskanzel in das etwa 300 Meter tiefer gelegene Stockmacherdorf Lindewerra hinab. Selbstverständlich gibt es auch einen Abstecher in das Stockmachermuseum, das nahe der wieder erichteten Werrabrücke über dieses traditionelle

Handwerk informiert. Nur wenige Kilometer flussaufwärts liegt Wahlhausen an der Deutschen Märchenstraße. Das ehemalige hansteinsche Gerichtsdorf kann auf eine interessante Geschichte verweisen, aber auch auf eine einzigartige Kirche mit einer im Eichsfeld einmaligen Ausstattung. Das letzte Kapitel der Broschüre beschäftigt sich mit dem Grenzmuseum Schifflersgrund, das nicht nur als Stätte der Mahnung und Dokumentation für die jüngere deutsche Geschichte, sondern auch als Stätte der Begegnung gilt.
Die neue umfangreiche Broschüre kostet vier Euro und kann über alle Buchhandlungen des Eichsfeldes bezogen werden. Unter der Adresse Verlag Mecke Druck, Postfach 1420, in 37107 Duderstadt oder per E-Mail: verlag(at)meckedruck(dot)de sowie unter (05527) 981922 kann sie auch schnell und direkt beim Verlag bestellt werden.

Thüringische Landeszeitung - 21. Mai 2008

Hinweistafel zum Burgfrieden 1526

Neuer Lehr- und Wanderpfad rund um Burgruine Hanstein

Bornhagen. (tlz) Am vergangenen Samstag (17. Mai) enthüllte der Heimatverein Hanstein/Bornhagen e.V. eine Hinweistafel zum Wander-, Lehr- und Erlebnispfad "Hansteiner Burgfrieden".
Auf den Tag genau vor 482 Jahren unterzeichneten 1526 auf einer Urkunde die Brüder von Hanstein den Hansteiner Burgfrieden - nachzulesen bei Levin Freiherr von Wintzingeroda- Knorr "Die Wüstungen des Eichsfeldes".
Bereits seit mehreren Jahren verfolgten die Mitglieder beider Vereine die Einrichtung des Wanderpfades. Unter fachlicher Beratung des Historikers Thomas T. Müller kam es zunächst zur Formulierung der Hinweistafel. Im vergangenen April wurden bereits zwei attraktive Wanderhütten sowohl auf dem Winterberge - mit herrlichem Blick zur Burg Hanstein - und am bekannten Lindewerrablick aufgestellt. Realisiert wurde diese Maßnahme durch eine großzügige Spende der Firma Paul

Hofsommer (Inhaber Rolf Sennhenn) und Mitteln des Heimatvereins Hanstein/Bornhagen e.V..
Am 25. April 2008, der Tag des Baumes, wurde wie schon in den vergangenen Jahren erneut der Baum des Jahres gepflanzt. In diesem Jahr setzten die Mitglieder des Heimatvereins Hanstein/Bornhagen e.V. gemeinsam mit der Eichsfelder Ritterschaft einen Walnussbaum auf dem Guckelüber.
In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Bornhagen soll in nächster Zeit mit dem Lehr- und Wanderpfad eine weiteres attraktives und interessantes touristisches Ziel entstehen. Am Rande des Lehr-, Wander- und Erlebnispfad "Hansteiner Burgfrieden" werden die zahlreichen Spaziergänger anhand von mehreren Informationstafeln mit den unterschiedlichen Artikeln des Burgfrieden-Vertrages näher vertraut gemacht.

Thüringer Allgemeine - 16. Mai 2008

Auf den Spuren der Hansteiner

Eine Erlebnis-Geschichtsfahrt plant der Heimatverein Hanstein/Bornhagen. Bei dieser stehen das Hansteinische Gesamtgericht, Gerichtstätten, Kirchen und Gutshäuser im Mittelpunkt. Kompetenter Reiseleiter ist Josef Keppler, Mitautor des Werkes "Burg Hanstein" zur 700-jährigen Geschichte der eichsfeldischen Grenzfeste und Mitglied im Jubiläumsfestausschuss.


BORNHAGEN.
Nach der Genehmigung zur Errichtung der heutigen Burg Hanstein 1308 folgten gut 200 Jahre des Auf- und Ausbaus der imposanten gotischen Anlage. Zu den Rechten und Pflichten, die die Familie von Hanstein mit dem Bau und der Belehnung mit ausgedehnten Besitzungen in einem großen Teil des westlichen Eichsfeldes übertragen bekam, zählte neben der Sicherung der Grenze zur Landgrafschaft Hessen und gegen Mainzer Kurfürsten die Einhaltung des Rechts, die Befolgung der Gesetze und die Sicherung von Ordnung.
Schon im 16. Jahrhundert boten jedoch die festen Sandsteinmauern nicht mehr genug Schutz,  und das Leben hinter ihnen war unbequem. Daher verließen die Hansteiner nach federeicher Jahren die Burg, errichteten in mehreren Orten Rittersitze und widmeten sich Aufgaben im Lehnsgebiet. Das Hansteinsche Gesamtgericht erstreckte sich über ein großes Gebiet zwischen Besenhausen und Großtöpfer, in dem bis 1849 von der Familie von Hanstein beauftragte Richter Kriminal- und Streitfälle untersuchten und Urteile verhängten. Gerichtsort war zuerst Gerbershausen, von 1771 bis zum Ende der Ausübung der Patrimonialgerichtsbarkeit Wahlhausen. Der Strafvollzug erfolgte im Verlies der Burg, später in einer Zelle des Gerichtsbotenhauses. Zu den 22 Orten und vier Gütern des Gerichtsgebietes kamen 1815 drei weitere Därfer. In 13 Eichsfeldorten gab es zudem teils bedeutende hansteinische Besitzungen. Noch heute erinnern auch Gutshäuser, Kirchen, Mühlen und Friedhöfe an die adelige Familie.
Josef Keppler nimmt am 1. Juni Interessierte mit auf eine interessante Tour. Start: 9 Uhr am Parkplatz Klausenhof. Unkostenbeitrag: zehn Euro, für Picknick und Getränke fünf Euro. Anmeldung bis 30. Mai an Manuela Röhrig, Tel. 036081 61422.

Thüringische Landeszeitung - 28. April 2008

30 Kilo Silber erpresst

Burg Hanstein begeht Auftakt ihrer 700-Jahr-Feier - Fördermittel fürs Dach

Von Christian Thiele

Bornhagen. (tlz) Die Zeiten sind vorbei, in denen die Burg Hanstein Geld von den Erfurtern erpressen konnte. 30 Kilogramm Silber "wanderten" im Jahr 1371 ins Eichsfeld, weil sich Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen gegen die Hansteiner auflehnten und nach fünftägiger Belagerung unterlagen. Mittel aus Erfurt flossen auch am Wochenende. Diesmal aber freiwillig und ganz formell. Bornhagens Bürgermeister Lothar Heinemann hatte sie beantragt. Ministerpräsident Dieter Althaus zog den Bescheid aus der Erfurter Staatskanzlei zum Auftakt der 700-Jahr-Feier aus der Jackettasche.
Bis zum Oktober wird auf der Burg Hanstein im Bornhagener Ortsteil Rimbach an eine Begebenheit erinnert: der Vertragsabschluss der Brüder Heinrich und Lippold von Hanstein mit dem Erzbischof Peter von Mainz. Das findige Adelsgeschlecht hatte vereinbart: "Sie wollten aus ihren eigenen Mitteln auf dem Berge des Erzstiftes, genannt Hanstein, die Burg ganz neu aufbauen, den Oberbau aus Holz, den Unterbau ganz aus Stein; an dieser Burg wollten sie kein anderes Recht haben, als dass sie und ihre männlichen Erben immer Amtleute und Burgmänner wären... " So ist es in der Burgchronik unter dem 4. Oktober 1308 nachzulesen.
140 geladene Gäste sitzen am Samstagmittag im Rittersaal der Burg: Eigentlich hätten weitaus mehr Menschen eine Einladung erhalten müssen, sagt Bürgermeister Heinemann und spielt damit auf die vielen Ehrenamtlichen an, die sich um die trutzige Burgruine kümmern. Aber die

 

Kapazitäten in dem Raum lassen wenig Spielraum. Die bereits 800 nach Christus erwähnte Burg gehört der Gemeinde. Burgherr ist quasi der Bürgermeister. 1990 wurde die Ruine der Kommune übertragen. Zu DDR-Zeiten war sie Volkeigentum, worüber die Familie von Hanstein keineswegs glücklich war. 1946 nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs ist sie enteignet worden. Wegen ihrer Grenznähe hatte das SED-Regime Gefallen an der Burg gefunden, sie aber verfallen lassen. Erst im Sommer 1985, erinnert sich Heinemann, seien denkmalpflegerische Maßnahmen unternommen worden. Dem war eine Einwohnerversammlung vorausgegangen, in der das Dorf einen Stopp des Zerfalls gefordert hatte.
"Für die Bornhagener ist es ein großes Glück, zu Füßen einer so historischen Burganlage zu wohnen", betont der Bürgermeister. So flossen zwischen 1994 und 2007 mehr als eine Million Euro in die Anlage, die jährlich von fast 60 000 Besuchern betreten.
7500 Euro übergibt Althaus, nachdem er in seiner Ansprache Burgen und Schlösser als wichtige Stätten nennt, in denen Menschen einen Orientierungspunkt finden. Das Geld wird für dringend notwendige Dacharbeiten verwandt, erklärt Heinemann. Die Maßnahme kostet insgesamt 10 000 Euro. Zudem werden der Weg zum Neidkopf und die Burgküche saniert. Das Interesse an Burgen ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wieder aufgeflammt, erläutert Historiker Dr. Peter Aufgebauer von der Uni Göttingen.

 

Menschen sahen darin ein Zeugnis alter Zeiten. Schon im 19. Jahrhundert habe der Hanstein pro Jahr 10 000 Gäste gezählt. Dabei sei der Alltag im Mittelalter alles andere als glanzvoll gewesen.
Mit Hunger, Not, der ständigen Angst, überfallen zu werden, hätten die Menschen unterhalb des Hansteins leben müssen. In der Burg habe es überall nach Schießpulver gerochen, zitierte Aufgebauer historische Schriften.
Zum Nachlesen der Geschichte hat die Familie von Hanstein, die betont, sich weiterhin für die Burg stark machen zu wollen, mit Autoren aus dem  Eichsfeld und Göttingen ein im Mecke-Verlag erschienenes Buch herausgegeben. "Zur 700-jährigen Geschichte einer eichsfeldischen Grenzfeste" heißt das Werk.
Enthüllt wird beim Festakt auch ein Teuerungsstein an der Burg, auf dem einst Weizenpreise festgelegt wurden.
Zum Auftakt des Veranstaltungsreigens ist außerdem eine DVD vorgestellt worden. Schüler des Heiligenstädter Lingemann-Gymnasiums unter Leitung des Musiklehrer Mario Berend haben das Stück produziert. 700 Jahre seien auf eine Stunde zusammengerafft worden. In den Herbstferien drehten die Schüler eine Woche lang auf dem Hanstein und im Klausenhof. In 700 Stunden wurde das Rohmaterial im Offenen Kanal bearbeitet. Der Film ist als DVD erhältlich und soll, so Heinemann, abermals in der Burg gezeigt werden.

Thüringer Allgemeine - 28. April 2008

Ein feste Burg

140 Gäste bei Jubiläumsveranstaltung im Rittersaal des Hansteins / Neues Buch und DVD erschienen

Knatternd weht am Samstag die Eichsfeldfahne im Wind vom Turm der Burgruine Hanstein. Silberne und dunkle Karossen schieben sich den engen Burgweg entlang und reihen sich auf dem Parkplatz aneinander. Im Rittersaal ist kein Platz mehr frei. 140 Gäste feiern das 700-jährige Jubiläum der schönsten Burgruine in Mitteldeutschland.

Von Silvana TISMER

BORNHAGEN.
Barbara von Hanstein und Karl-Ludwig von Hanstein strahlen über das ganze Gesicht, als sie die Stammburg ihres Familiengeschlechtes wieder einmal betreten und die Fortschritte begutachten. Fieberhaft wird zurzeit an der Außenmauer der Burg gearbeitet. Mit ihnen ist eine ganze Reihe Hansteiner aus den verschiedenen Linien gekommen, um bei der Festveranstaltung dabei zu sein. Ministerpräsident Dieter Althaus fasst sich kurz in seinem Grußwort. Er lässt Taten sprechen. Einen Briefumschlag mit einer Förderung aus Lottomitteln übergibt er Bürgermeister Lothar Heinemann. Wie hoch der Zuschuss zur Sanierung ist, will keiner von beiden verraten, aber das strahlende Gesicht Heinemanns beim Öffnen des Umschlages spricht Bände.
Karl-Ludwig von Hanstein lässt die Geschichte der Burg Revue passieren. Bis zur Enteignung im Jahr 1945 war sie immer in Familienhand. "Die Familie von

Hanstein wird sich weiter mit zwar bescheidenen Mitteln, aber viel persönlichem Einsatz für die Burg einsetzen", verspricht er unter Applaus. Barbara von Hanstein übernimmt stellvertretend für ihren erkrankten Mann die Vorstellung des neuen Buches über den Hanstein, in dem sich eine ganze Reihe Autoren mit der 700-jährigen Vita der Festung beschäftigt hat. Herausgekommen ist dabei ein lückenloser Abriss, vor allem die Geschichte des 20. Jahrhunderts wurde gut aufgearbeitet. Die Damen dankt den Autoren, von denen einige unter den Gästen sind. Helmut Mecke, in dessen Verlag der neueste Zuwachs in der Eichsfeld Literatur erschienen ist, hat stapelweise dabei. Später gehen sie weg wie warme Semmeln.
Landrat Werner Henning lenkt die Gedanken der Gäste auf den geschichtsträchtigen Boden, auf dem man steht. Immerhin hat die Familie von Hanstein über Jahrhunderte hinweg Oberamtmänner und Landräte gestellt, war immer eng mit den Ereignissen im Eichsfeld verbunden. Henning lässt persönliche Begegnungen mut Huschke von Hanstein wieder aufleben, drückt seine Dankbarkeit für die Grenzöffnung aus, nennt die Familientage und Besuche des Geschlechtes  eine Bereicherung. "Der Hanstein mahnt und eint uns, uns mitten in Deutschland. Er gibt uns die Möglichkeit, miteinander zu verschmelzen und ein Stück Kultur zu 

bewahren. Der ist ein festes Fundament."
Den Festvortrag hat Peter Aufgebauer vorbereitet. Der Professor an der Universität Göttingen spricht über den Alltag auf einer Burg, der von Arbeit und Landwirtschaft, zugingen Mauern und teils Hungersnot geprägt war, wenigervon glanzvollen Turnieren und rauschenden Festen. Nicht zuletzt ergreift Bürgermeister Lothar Heinemann das Mikrofon. 30 Jahre ist er schon Bürgermeister der Gemeinde Bornhagen. Er dankt den Bürgern, weil sie den Hanstein als "ihre" Burg bezeichnen, den Ämtern, Behörden, dem Land, dem Landkreis, vor allem dem Heimatverein und den Sponsoren, die immer ein Problem ein Stück weit lösen können. Immerhin besuchen mehr als 60 000 Menschen jährlich die Veste, die sogar schon Alexander von Humboldt bestieg.
Den Höhepunkt hat man sich bis zum Schluss aufgehoben: Lehrer Mario Berend und Schüler des Lingemann-Gymnasiums haben die Herbstferien geopfert und bei klirrender Kälte einen einstündigen Film über die 700-jährige Geschichte gedreht. Er feiert im Saal Premiere. Belohnt werden die Akteure mit rauschendem Applaus. Die DVD steht zum Verkauf. "Jeder Cent geht an die Burg Hanstein", erklärte Berend. Der Festveranstaltung folgt ein ökumenischer Gottesdienst. Die Enthüllung eines Teuerungssteines beschließt den Tag.

Thüringische Landeszeitung - 24. April 2008

Gymnasiasten drehen auf  der Burg

Buch- und Filmvorstellung zum Jubiläum auf dem Hanstein - Ausstellung ist sonntags zu sehen - Festakt am Samstag

Bornhagen. (tlz) Mit einem feierlichen Festakt für geladene Gäste im Rittersaal der Burg Hanstein wird an diesem Samstag das Jubiläumsjahr der Burg eingeleitet. Damit finden drei Jahre Vorbereitung auf das Jubiläum einen ersten Höhepunkt.
Das Festjahr endet nach Mitteilung der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg am 4. Oktober, dem Tag, an dem vor 700 Jahren die beiden Brüder Heinrich und Lippold von Hanstein und Erzbischof Peter von Mainz einen Vertrag über den Neubau der Burg Hanstein abgeschlossen haben. Nach diesem verpflichteten sich die Brüder von Hanstein, die neue Burg aus eigenen Mitteln zunächst aus Holz, dann aus Stein zu bauen zu bauen. Im Gegenzug wurden sie erbliche Beamte und Burgmänner des Hansteins, der später Eigentum wurde. Nach der Enteignung der Familie von Hanstein nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Burg 1951 in den Besitz der Gemeinde Bornhagen über.
Der Ort und die Familie von Hanstein erwarten zur Eröffnungsfeier des Jubiläumsjahrs viele Gäste. Neben dem Bürgermeister von Bornhagen, Lothar Heinemann, werden der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus, Landrat Werner Henning und der Senior des Familienverbandes der von Hanstein, Prof. Dr. Karl Ludwig von Hanstein, Grußworte entrichten.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen ein Festvortrag, eine Buchvorstellung und eine Filmpremiere. Peter Aufgebauer wird einen Festvortrag zur Geschichte der Burg Hanstein halten. Weiter wird ein neues Buch zur Burg Hanstein vorgestellt, das anlässlich des Burgjubiläums im Auftrag des Familienverbands der von Hanstein von zahlreichen Autoren aus dem Eichsfeld und Raum Göttingen erarbeitet wurde. Damit wird eine durch die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Lücke gefüllt. Der Herausgeber Hans-Dieter von Hanstein will das im Mecke-Verlag ershcinene Buch präsentieren. Es trägt den Titel "Burg Hanstein - Zur 700-jährigen Geschichte einer eichsfeldischen Grenzfeste".

Weiterhin soll ein Film zur Geschichte der Burg Hanstein und seiner Bewohner, der eigens zum Burgjubiläum mit hohem Aufwand entstanden ist, zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden, erklärte die Verwaltungsgemeinschaft. Der Film fußt auf einem Drehbuch des Ehepaars Hans-Dieter und Barbara von Hanstein aus Goslar und wurde von der Schauspielgruppe des Lingemann-Gymnasiums in Heiligenstadt unter ihrem Leiter Mario Berend und dem Offenen Kanal Eichsfeld realisiert.
Gedreht wurden die Filmszenen im Herbst 2007 vor Ort auf der Burg und in der historischen Herberge Klausenhof in Bornhagen. Der Film soll in Zukunft auf der Burg Hanstein regelmäßig zu sehen sein. Auch ist der Kauf einer DVD möglich. Die Eröffnung einer Ausstellung des Instituts für historische Landesforschung der Universität Göttingen im Rittersaal, die bis Oktober zu sehen sein wird, rundet den Tag ab.
Nach Angaben der Burg bleibt die Anlage am Samstag während des Festaktes aus technischen Gründen von 10.30 bis 13 Uhr geschlossen.
Um 14.30 Uhr feiert die evangelische Kirchengemeinde einen Gottesdienst in der Friedenskirche zu Bornhagen. Der Gottesdienst ist der Auftakt für eine Ausstellung, die durch den Heimatverein Hanstein/Bornhagen erstellt wird und unter dem Motto "Burg Hanstein und die Menschen" steht. Die Exposition zeigt auf Tafeln die Burg Hanstein in Bezug auf die Burg Ludwigstein, Gutshöfe der Hansteiner in Wahlhausen, Göttinger Studenten, Zeitdokumente des Werratalvereins Witzenhausen und vieles mehr.
Die Ausstellung ist jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Verein bittet dabei um Spenden für die Sanierung der Orgel.

Führungen anmelden: 036081/67134

Thüringische Landeszeitung - 21. April 2008

Baugenehmigung vor 700 Jahren

Burg Hanstein feiert Jubiläum: Ein Blick in die wechselvolle Geschichte des staatlichen Gemäuers

Bornhagen. (tlz) In diesem Jahr kann die Burg Hanstein, die schönste gotische Burgruine des Werratals und eine der bedeutendsten Mitteldeutschlands, ihr 700-jähriges bestehen feiern.
Die erste sichere Erwähnung einer Burg an dieser Stelle gibt ein Bericht von der Zerstörung der Burg im Jahre 1070, deren damaliger Eigentümer der mächtige Sachsengraf Otto von Northeim war, durch Kaiser Heinrich IV. Als Zeitzeuge berichtete der Mönch Lambert von Hersfeld in seinen Annalen, dass die Burg "von Grund auf" zerstört worden sei. 1075 durfte Otto von Northeim die Burg wieder aufbauen. Sie fiel später durch Erbschaft an die Welfen.
Weil die Burg für die Mainzer Kurfürsten, die bereits bedeutende Teile des Eichsfeldes besaßen, von großer strategischer Bedeutung war, erwarb der Mainzer Erzbischof Siegfried II die Burganlage im 1209 von Kaiser Otto IV.
Als der Bauzustand dieser zweiten Burg an der Nordwestspitze des eichsfeldischen Hoheberges Anfang des 14. Jahrhunderts recht bedenklich geworden war, erteilte der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Peter den Brüdern Heinrich und Lippold von Hanstein am 4. Oktober 1308 in Fritzlar die Erlaubnis, auf eigene Kosten einen Neubau zu errichten. Dafür wurde ihnen das Recht eingeräumt, dass sie hier für "ewig erbliche Beamte und Burgmannen" sein dürften. Diese "Baugenehmigung" vor exakt 700 Jahren, als Original im Staatsarchiv München erhalten, ist Grundlage für das Jubiläum.

•  Erfolglos belagert

Von der Burg hatten die Hansteiner im Auftrag des fernen Landesherrn drei Jahrhunderte lang die in dieser Region recht sensible Eichsfelder Grenze der kurmainzischen Exklave gegen Feinde zu sichern. Im 14. und 15. Jahrhundert waren es mehrfach besonders die Mühlhäuser, Erfurter und Nordhäuser, die den Hanstein angriffen, erfolglos belagerten und sich nach Verwüstung umliegender Dörfer zurückzogen.

Als die dicken Burgmauern nach fehdereicher Zeit auch keinen Schutz mehr boten, zogen die Hansteiner zu Tal und bauten in mehreren ihrer 21 Gerichtsorte architektonisch bedeutende Herrensitze, wie z. B. Besenhausen, Oberstein und Unterstein. Die Burg wurde schon im Dreißigjährigen Krieg nicht mehr verteidigt und gilt seit 1683 als "wüst".
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten Göttinger Studenten die markante Burgruine als Wanderziel und Inbegriff ihrer romantischen Sehnsüchte. Zur Pflege familiärer Traditionen trafen sich dann auch die Angehörigen der Familie von Hanstein regelmäßig auf ihrer Stammburg, wozu sie 1838/40 den Palas mit Rittersaal und Empfangshalle errichten ließen.
Ab 1904 erfolgten umfangreiche Erhaltungsarbeiten, die einen Höhepunkt in der 600-Jahr-Feier im Juni 1908 fanden.
Nach 1949 erlangte der Hanstein wieder den Status einer streng bewachten Grenzburg. Das Vorhaben der FDJ, die Burg als Jugendherberge ausbauen zu lassen, wurde bald verworfen. Nachdem 1952/53 im Auftrag der Gemeinde Bornhagen als neuem Eigentümer noch einmal 21 000 Mark für unbedingt nötige Ausbesserungen verbaut worden waren, kehrte auf der Burg staatlich verordnete Ruhe ein. Der Palas mit einbrechendem Dach und Zwischendecken sowie zahlreiche Abbruchstellen im Mauerwerk gefährdeten zunehmend die Gesamtsubstanz.
1985 konnten endlich auf der Basis denkmalpflegerischer Zielstellung Sicherungen und am Palas der Wiederaufbau beginnen, wozu bis 1989 jährlich 150 000 Mark aus dem Denkmalfond des Bezirkes Erfurt kamen. Als sich nach Grenzöffnung viele Hunderte Eichsfelder, Hessen und Niedersachsen am 12. November 1989 auf dem Hanstein trafen, schien die in großen Teilen gesicherte Burg die Gäste schon erwartet zu haben. Seit 1990 setzten Land, Kreis, Gemeinde und Heimatverein erhebliche Mittel am Hanstein ein.                                  Josef Keppler

Thüringer Allgemeine - 19. April 2008

Wüst und unbewohnt

Neubau des Hansteins 1308 wird mit vielen Feierlichkeiten begangen / Start kommende Woche

Mit der offiziellen Auftaktveranstaltung anlässlich der Feierlichkeiten 700 Jahre Burg Hanstein am 26. April wird das bevorstehende Festjahr eröffnet. Über die Geschichte der Burg gibt Josef KEPPLER einen kurzen geschichtlichen Abriss.

BORNHAGEN.
Die erste sichere Erwähnung einer Burg an dieser Stelle gibt ein Bericht von der Zerstörung der Burg im Jahre 1070, deren damaliger Eigentümer der mächtige Sachsengraf Otto von Northeim war. 1075 durfte dieser die Burg wieder aufbauen. Sie fiel später durch Erbschaft an die Welfen.
Weil die Burg für die Mainzer Kurfürsten von großer strategischer Bedeutung war. Kurfürsten von großer strategischer Bedeutung war, erwarb der Mainzer Erzbischof Siegfried II. die Anlage im Jahr 1209. Als der Bauzustand dieser zweiten Burg Anfang des 14. Jahrhunderts recht bedenklich geworden war, erteilte der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Peter den Brüdern Heinrich und Lippold von Hanstein am 4. Oktober 1308 in Frietzlar die Erlaubnis, auf eigene Kosten einen Neubau zu errichten.
Diese "Baugenehmigung" vor exakt 700 Jahren ist Grundlage für die diesjährigen Feierlichkeiten. Von der stattlichen Burg hoch über dem Werratal hatten die Hansteiner im Auftrag des fernen Landesherrn drei Jahrhunderte lang die Aufgabe, die Eichsfelder Grenze der kurmainzischen

Exklave gegen feindliche Übergriffe und Begehrlichkeiten zu sichern. Im 14. und 15. Jahrhundert waren es mehrfach besonders die Mühlhäuser und die mit ihnen verbündeten Erfurter und Nordhäuser gewesen, die den Hanstein angriffen, erfolglos belagerten und sich nach Verwüstung umliegender Dörfer zurückzogen. Als die dicken Burgmauern aus festem Buntsandstein auch keinen Schutz mehr boten, zogen die Hansteiner von ihrer unbequemen Burg zu Tal und bauten im 16. und 17. Jahrhundert in mehreren ihrer 21 Gerichtsorte architektonisch bedeutende Herrensitze. Die Burg wurde schon im Dreißigjährigen Krieg nicht mehr verteidigt und gilt seit 1638 als "wüst und unbewohnt". Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten Göttinger Studenten die markante Burgruine als reizvolles Wanderziel. Sie wurden dadurch zu Begründern der noch heute aktuellen Funktion der Burg als Touristenziel.
Zur Pflege familiärer Traditionen trafen sich dann auch die Angehörigen der Familie von Hanstein regelmäßig auf ihrer Stammburg, wozu sie 1838/40 den Palas mit Rittersaal und Empfangshalle errichten ließen. Unter der Leitung des Familienseniors Generalleutnant Carlo von Hanstein wurden ab 1904 umfangreiche Erhaltungsarbeiten durchgeführt, die einen Höhepunkt in der 600-Jahr-Feier im Juni 1908 fanden. Als nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Ergebnis

des Wanfrieder Abkommens der von den Amerikanern gewünschte Gebietsaustausch vollzogen wurde, verschob sich die Demarkationslinie zwischen amerikanischer und sowjetischer Besatzungszone von der Werra in unmittelbare Burgnähe. 1949 entstand daraus bekanntlich die innerdeutsche Staatsgrenze, und der Hanstein erlangte wieder den Status einer bewachten Grenzburg. Das Vorhaben der FDJ um 1950, die Burg als Jugendherberge ausbauen zu lassen, wurde bald verworfen. Nachdem 1952/53 im Auftrag der Gemeinde Bornhagen als neuem Eigentümer noch einmal 21 000 Mark für Ausbesserungsarbeiten verbaut worden waren, kehrte auf der Burg nach 1954 staatlich verordnete Ruhe ein. Der Palas mit einbrechendem Dach und Zwischendecken sowie zahlreiche Abbruchstellen im Mauerwerk gefährdeten zunehmend die Gesamtsubstanz.
1985 konnte endlich auf der Grundlage einer denkmalpflegerischen Zielstellung des Instituts für Denkmalpflege in Erfurt durch Eichsfelder Handwerksbetriebe mit Sicherungsarbeiten begonnen werden.
Als sich nach der Öffnung der Grenze viele Hundert Eichsfelder, Hessen und Niedersachsen am 12. November 1989 auf dem Hanstein trafen, schien die in wesentlichen Teilen baulich gesicherte Burg die Gäste bereits erwartet zu haben.

Thüringer Allgemeine - 19. März 2008

Rückkehr zum Hanstein

Bevorstehendes Burgjubiläum lockte Eichsfelder Heimatkundler zur ehemaligen Grenzfeste

Die Burg Hanstein ist nicht nur für unzählige Touristen ein Anziehungspunkt, auch Historiker und Heimatfreunde beschäftigen sich immer wieder mit der alten Grenzfeste. So hat auch der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde schon mehrfach seine Jahreshauptversammlung im Umfeld der Burg abgehalten. Jetzt trafen sich die Heimatkundler im Wirtshaus "Klausenhof", um Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr zu halten.

von Hannes RAABE

BORNHAGEN.
Peter Anhalt begrüßte als Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde (VEH) rund 90 Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Rittersaal des Gasthauses unterhalb des Hansteins. Anlass für die Wahl des Ortes für die Jahreshauptversammlung war ein rundes Jubiläum der Burg: Immerhin 700 Jahre wird der beeindruckende Bau 2008.
In seinem Rechenschaftsbericht gab Anhalt einen Einblick in die Arbeit des Vorstandes des VEH, der mit aktuell 465 Mitgliedern noch immer zu den größten Geschichtsvereinen in Thüringen gehört. Als Schwerpunkte nannte er dabei wie in jedem Jahr die Planung der Veranstaltungen und die

Herausgabe des Eichsfeld-Jahrbuches. Der 15. Jahrgang desselben war im Dezember 2007 im alten Rathaus in Heiligenstadt während einer Autorenkonferenz vorgestellt worden. "Erstmals konnten wir dabei dank der Förderung des Landkreises Eichsfeld unseren Autoren ein kleines Buchpräsent überreichen", freute sich Anhalt. Für dieses Jahr kündigte der Vereinsvorsitzende neben dem Jahrbuch noch zwei weitere Publikationen an. So befänden sich derzeit das vom Arbeitskreis Heimatgeschichte vorbereitete Eichsfeldlexikon ebenso in der Endphase wie ein Buch des Mackenröders Torsten Müller mit dem Arbeitstitel: "Flüchtlinge und Vertriebene im Eichsfeld".
Nach den üblichen Regularien begann Vorstandsvize Josef Keppler seinen Vortrag über die Geschichte der Burg Hanstein zwischen ihrer 600- und 700-Jahr-Feier mit einer "dröhnenden Fanfare". Allerdings nur im übertragenen Sinn, denn er rezitierte jene Worte aus einem 100 Jahre alten Gedicht, welches zu den Feierlichkeiten auf der Burg im Jahr 1908 geschrieben worden war. Im Verlauf seines eineinhalbstündigen Vortrages zeichnete er das Bild einer Burg, die - wie kaum eine zweite -

von den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts betroffen war. Keppler erinnerte an die Restaurierungsmaßnahmen, die bereits im Vorfeld der 600-Jahr-Feier durch die Familie von Hanstein initiiert worden waren. Aber er berichtete auch über die Anstrengungen der Denkmalpfleger im Kreis Heiligenstadt, die seit den 1980er Jahren mit viel Cleverness und Geschick den Verfall der Burg zu stoppen versuchten. "Manchmal mussten wir dabei auch Wege gehen, die um einiges von dem abwichen, was uns die übergeordneten Behörden eigentlich zugestanden hatten", erzählte Keppler aus eigenem Erleben.
Auch nach den politischen Umbrüchen ging die Sanierung von "Mitteldeutschland schönster Burgruine", wie sie schon früher genannt wurde, weiter. Josef Keppler nannte Zahlen, Fakten und Namen, sodass am Ende ein klares Bild entstand von dem, was sich auf und um den Hanstein im vergangenen Jahrhundert ereignet hat.
Von dessen heutigem Zustand hatten sich einige Vereinsmitglieder zuvor bei einer Führung durch die Burg überzeugen können. Vorstandsmitglied Elmar Golland sorgte für die Erläuterungen vor Ort.

Sonderbeilage TA und TLZ - 13. März 2008

Burg wird 700 Jahre

Mittelalterfest im August wird rauschender Geburtstag

Der Hanstein - um ihn ranken sich Sagen und Legenden. Er gilt als die schönste Burgruine in Mitteldeutschland und prägt mit seiner unverkennbaren Silhouette das Bild des Eichsfeldes. In diesem Jahr wird die stolze Trutzburg 700 Jahre alt. Zwar gab es wohl nach alten Überlieferungen an gleicher Stelle eine Burg, die ebenfalls den Namen Hanstein trug, doch wird das Jahr 1308 als das Jahr angesehen, in dem der Wiederaufbau der zerstörten Burg beschlossen wurde.
Laut historischen Unterlagen gab es im Zeitraum von 826 bis 853 eine Schenkung des "haanstedihus" im Gau Germeramark an Eilhard, Abtei Corvey. Im Jahre 1070 berichtet der Mönch Lambert von Hersfeld über die Zerstörung der Burg Hanenstein durch König Heinrich. Anno 1203 schließlich wurde die Burg zunächst an den Rheinpfalzgraf Heinrich, kurz darauf an Otto IV übereignet. 1209 nimmt Erzbischof Siegfried von Mainz das "castrum hanenstein" als Eigentum des Mainzer Erzbistums in Anspruch. Am 4. Oktober 1308 unterzeichnen die Gebrüder Heinrich und Lippold von Hanstein einen Vertrag mit dem Erzbischof Peter von Mainz, in dem sie sich verpflichteten, den Hanstein aus ihren eigenen Mitteln neu aufzubauen. Und sie wollten an dieser Burg kein anderes Recht haben, als dass sie und ihre männlichen Erben immer Amtleute und Burgmänner wären. 1414 und 1519 folgten Erweiterungsbauten, ehe die Burg in den Jahren 1655 bis 1658 durch den 30-jährigen Krieg schweren Schaden nahm. Nach und nach wurde sie wieder aufgebaut. Doch mit der Entstehung der Ritterhöfe wurde die Burg 1683 verlassen. Bereits ab 1985 erfolgten auf Initiative der Familie Hanstein umfangreiche Sanierungsarbeiten der im DDR-Besitz befindlichen Burg. Mit der Gründung des Heimatvereins Bornhagen wurde die Burg mit neuem Leben erfüllt, nach und nach der Rittersaal saniert. Weit über die Grenzen des Eichsfeldes hinaus sind inzwischen die Mittelalterfeste bekannt. Das diesjährige Jubiläumsfest findet am 3. und 4. August statt.

Thüringer Allgemeine - 10. März 2008

Mit Häschen und Lämmern

Gemeinde Bornhagen lud gestern zum ersten Ostermarkt auf die Burg Hanstein

BORNHAGEN (hü).

So früh wie selten beginnt in diesem Jahr das Osterfest. Schnee wäre um diese Zeit nichts Ungewöhnliches im Eichsfeld. Aber die Veranstalter des ersten Ostermarktes gestern auf Burg Hanstein hatten Glück. Das Wetter war mild, und viele Spaziergänger machten sich auf in die Natur, um zu schauen, ob sie die ersten Blüten an Sträuchern und Bäumen schon entdecken können. Dankbar lenkten die Ausflügler ihre Schritte auch zur Burg Hanstein, denn hier warteten nach dem Fußmarsch durch die erwachende Natur prasselnde Feuer, Kaffee und Kuchen auf sie.
Der Ostermarkt am Sonntag war eine Premiere auf der Burg. Die Gemeinde Bornhagen und der Kirmesverein hatten die Vorbereitung übernommen und organisierten eine kleine Osterausstellung im Rittersaal und viele Aktionen für die Kinder. Ob beim Ostereierbemalen, beim Kinderschminken oder Basteln, den Kindern wurde die Zeit auf der Burg nicht lang, während die Erwachsenen die schönen Ostergestecke bewunderten und sich vielleicht sogar selbst mit Material für kreative Stunden ausstatteten. In der Ausstellung warteten viele selbst gemachte, aber auch echte Osterhäschen auf die Gäste. Am Nachmittag hatte die Grundschule "Am Hanstein" ihren großen Auftritt und unterhielt die Besucher mit ihrem Bühnenprogramm. Auf der Wiese vor der Burgruine konnten die Kinder Schäfchen und Ziegen bewundern - darunter auch schon einige Osterlämmer.

Thüringische Landeszeitung - 19. Februar 2008

Ostermarkt auf dem Hanstein

Neues Angebot im Rahmen der 700-Jahrfeier der Burgruine

Bornhagen. (tlz/mok) Seit vielen Jahren wartet die Gemeinde Bornhagen jährlich in der vorweihnachtlichen Zeit auf der Burg Hanstein mit einer Krippenausstellung auf. In diesem Jahr soll es erstmals -  eingebettet in die Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen der Burg - einen Ostermarkt in dem trutzigen

einen Ostermarkt in dem trutzigen Gemäuer geben.
Am Sonntag, 9. März, dreht sich in der Zeit von 10 bis 18 Uhr eine Ausstellung rund um das Thema Ostern. Zum Verkauf angeboten werden Dekorationsmaterial und Gestecke. Eine Gärtnerei offeriert Frühblüher. Auch Süßigkeiten zum Füllen bunter

Ostereier werden im Angebot nicht fehlen. Die kleinen Gäste können sich schminken lassen und dürfen selbst Eier bemalen. Der Auftritt von lebenden "Rasenmähern" soll das Programm abrunden. Für das leibliche Wohl sorgt der Kirmesverein Bornhagen.

Blick - 30. Januar 2008

Eichsfeld als offizielles Reisegebiet

HVE-Chef Minister Gerold Wucherpfennig: "Region muss berücksichtigt werden" - Initiative wird gestartet

Gerold Wucherpfennig, Vorsitzender des HVE Eichsfeld Touristik, wird sich dafür einsetzen, dass das Eichsfeld in der nächsten Tourismuskonzeption des Freistaats Thüringen offiziell als Reisegebiet ausgewiesen wird. Die Arbeiten zum neuen Konzept werden 2009 beginnen.
Nach Auffassung des Thüringer Staatskanzleiministers erfüllt das Eichsfeld alle wesentlichen Kriterien, um als offizielles Reiseziel eingestuft zu werden: "Das Eichsfeld verfügt über alle  notwendigen touristischen Einrichtungen. Wir können über 2200 Betten anbieten, haben eine Vielzahl von gastronomischen Betrieben, Freizeit-, Sport- und Wellnesseinrichtungen, einen hohen Dienstleistungssevice und gut ausgebildetes Fachpersonal. Nahezu 250 000 Übernachtungen im Jahre 2006 allein im Thüringer Teil belegen, dass das Eichsfeld auch hinsichtlich der Kriterien Bekanntheit und Nachfragevolumen die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt."

Zum Vergleich: Der Südharz (Thüringen) mit vergleichsweise weniger Übernachtungen (172 000 im Jahr 2006) ist bereits offiziell als Reisegebiet ausgewiesen.  Das Gesamteichsfeld liegt mit rund 365 000 Übernachtungen auch gleichauf mit der ebenfalls bereits als offizielles Reisegebiet anerkannten Thüringer Rhön. "Der HVE steht mit seinen Organisations- und Kommunikationsstrukturen als Partner bereit, um die Vermarktung unsrer touristischen Angebote zu unterstützen. Die Zahlreichen Sehenswürdigkeiten im Eichsfeld, Burgen, Schlösser, Klöster, die reizvollen Städte und Dörfer, die naturnahe Kulturlandschaft und nicht zuletzt die kulinarischen Angebote sind ein eindrucksvoller Beleg: Das Eichsfeld ist eine starke Reisedestination. Das Eichsfeld ist bei Besuchern und Gästen im Kommen", so Wucherpfennig mit Blick auf die stetig steigenden Übernachtungszahlen. Sie sind in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel gestiegen.

Thüringer Allgemeine - 3. Januar 2008

Jubiläum auf dem Hanstein

Erste Ausgabe der Eichsfelder Heimatzeitschrift 2008 bietet Unterhaltung und Geschichte

Gleich zwei Jubiläen - 1111 Jahre Eichsfeld und dem Bau der Burg Hanstein vor 700 Jahren - widmet sich die erste Ausgabe der Eichsfelder Heimatzeitschrift im neuen Jahr. Außerdem erfährt der Leser etwas über die Arbeit eines Bauleiters in Berlin zu DDR-Zeiten, das Dorf Kirchgandern um 1840, einen Auswanderer und über einige interessante Neuerscheinungen auf dem  Eichsfelder Büchermarkt.

EICHSFELD (sma).

897 wurde das Eichsfeld erstmals erwähnt. Mit der Geschichte des Landstrichs und Urkunden befasst sich in der Januar-Ausgabe der Eichsfelder Heimatzeitschrift Josef Keppler.
Ebenso widmet er sich dem Geschehen auf der Burg Hanstein (Foto). Denn am 4. Oktober dieses Jahres ist es exakt 700 Jahre jer, dass der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Peter in Fritzlar eine Urkunde unterschrieb, in der den Brüdern Heinrich und Lippold von Hanstein die Erlaubnis erteilt wurde, die alte zusammenbrechende Burganlage aus dem frühen Mittelalter durch einen Neubau zu ersetzen. Was es mit Duderstädter Brunnennachbarschaften auf sich hat, dem geht Ulrike Ehbrecht nach.

 

 

Sie erklärt dem Leser beispielsweise, dass die Anwohnergruppen, die jeweils einen Brunnen benutzten, als Brunnennachbarschaften bezeichnet wurden. Die mit der Nachbarschaft verbundenen Pflichten und Rechte ruhten übrigens auf dem Haus, nicht auf der Person des einzelnen Bürgers. Zudem darf sich der Leser über einen Sonderdruck "Unser schönes Eichsfeld" freuen. Und auch die Rubrik Kirche, Kultur und Tradition fehlt nicht. Diesmal geht es unter anderem um das Treffen der Walldürn-Wallfahrer und um die Frünne-Adventsfeier.
Nicht zu kurz sollen auch die Literaturfreunde kommen. Bei den Buchbesprechungen stehen diesmal unter anderem das Eichsfeld-Jahrbuch, Kristin Wapplers "Klassenzimmer ohne Gott", Elisabeth Preuß´ Werk " Die Kanzel in der DDR" sowie Stefan Kochs "Silbenfang" im Mittelpunk.
Gedacht wird in der neuen Ausgabe auch des vor 100 Jahren geborenen Geistlichen Rates Wolfgang Döring. Und Rudi Richwien befasst sich seinersteits bei den Eichsfelder Persönlichkeiten mit dem Auswanderer und Unternehmer Franz Gutmann, der in Heyerode geboren wurde  und später eine leitende Funktion in der Firma "Worumbo" in Lisabon-Falls im Bundesstaat Maine hatte.